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Stalking

Stalking (englisch) bedeutet wörtlich „anschleichen, anpirschen“.

Inzwischen steht der Begriff für das fortgesetzte Verfolgen, Belästigen und Terrorisieren eines Mitmenschen. Überwiegend sind Frauen Opfer und die Täter männlich. Ob ehemalige Partner, Arbeitskollege, flüchtiger Bekannter oder gänzlich Fremder – die oftmals aufdringliche Belästigung kann Monate manchmal auch Jahre dauern.

Stalking kann viele Formen annehmen: zahlreiche Telefonanrufe im Büro oder privat, oft zu den unmöglichsten Zeiten. Die Anrufe werden in der Regel im Laufe der Zeit drohender, diskriminierender oder beleidigender; Nachrichten auf dem Anrufbeantworter; Verleumdung, Beleidigung; Häufige Präsenz des Verfolgers in der Nähe des Opfers, ständiges auflauern und Nachfolgen; Geschenke, „Liebesbriefe“, später häufig umschlagend in Beleidigungen und Drohungen; Zahlreiche E-Mails und Mailbomben mit z. B. obszönen Inhalten (Cyberstalking) usw.

Festzuhalten bleibt, dass Stalking nichts mit Liebe zu tun hat.
Es geht um Aufmerksamkeit, Kontrolle und Macht!

Schritte zur Selbsthilfe

  • wenn Sie die Möglichkeit haben, sagen Sie dem Stalker nur einmal und unmissverständlich, dass sie keinerlei Kontakt zu ihm wollen. Dann ignorieren Sie ihn völlig. Jegliche Reaktion danach lässt ihn wieder hoffen, und er bemüht sich noch intensiver.
  • Dokumentieren Sie alles, was der Stalker schickt, mitteilt oder tut und bewahren Sie es auf. Dies kann später als Beweismittel vor Gericht dienen.
  • Öffentlichkeit kann Sie schützen! Informieren Sie Ihre Familie, FreundInnen, ArbeitskollegInnen und NachbarInnen.
  • Wenn Sie sich bedroht fühlen oder Angst haben, scheuen Sie sich nicht, die Polizei anzurufen.

Rechtliche Situation

Seit April 2007 ist Stalking ein eigener Straftatbestand, geregelt durch den § 238, dem Gesetz zur Strafbarkeit bei „beharrlicher Nachstellung“. Auch der Gang zu einem Zivilgericht ist möglich. Dort kann eine einstweilige Verfügung oder Unterlassungsklage erwirkt werden. Nach dem sogenannten Gewaltschutzgesetz (GewSchG) können Schutzanordnungen erlassen werden, die dem Täter gerichtlich verbieten, mit dem Opfer Kontakt aufzunehmen. Bei Verstoß gegen eine gerichtliche Anordnung kann auch strafrechtlich gegen ihn vorgegangen werden.